Travertin: Entstehung

Travertine zählen zu den Sedimentgesteinen. Sie bildeten sich durch chemische Ausfällung von Kalk im Bereich des Süßwassers an kalkreichen Quellen und Seen. Man bezeichnet sie deshalb auch als Süßwasserkalksteine. Es handelt sich in der Regel um sehr junge Gesteine, die sich unter geringem Druck ablagerten. Typisch für Travertine sind offene Gesteinsporen unterschiedlicher Größe. Diese sind auf eingebettete Pflanzteile zurückzuführen, die nach ihrer Zersetzung Hohlräume bildeten.

Travertin Bruch in Italien
Travertinbruch in der Toskana / Italien

Travertine sind meist in erkennbaren Schichten aufgebaut. Sie bestehen überwiegend aus dem Mineral Calcit. Man findet Kalksteine in den unterschiedlichsten Farben. Meist handelt es sich dabei um erdwarme Farbtöne (beige bis braun) und gelegentlich rot.


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Travertin – Petrographische Zuordnung:
Travertine zählen zur Gesteinsgruppe der Sedimentgesteine. Sie sind anorganischen Ursprungs, können jedoch eingelagerte biogene Bestandteile enthalten.

Travertin - Petrographische Zuordnung
Gliederung der Gesteine in Anlehnung an Weber / Hill „Naturstein für Anwender“

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel werden Travertine meist unter der korrekten petrografischen Bezeichnung angeboten. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Travertine meist unter der Bezichnung “travertino”. In China wird der jeweiligen Ziffernfolge gemäß GB/T 17670 ein “M” voran gestellt. Hier wird nicht zwischen Marmor, Kalkstein und Travertin unterschieden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Nach diesen dürfen Karbonatgesteine mit den genannten Bildungsbedingungen und entsprechender Verfestigung als Travertine bezeichnet werden

Dipl-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber-Informationsdienst-Naturstein
E-Mail: info@steininfo.de
Webseite: www.steinkultur.eu

Beitrag erstellt am: 24.07.2019



Rhyolith: Entstehung

Rhyolithe zählen zu den Ergußgesteinen. Sie entstanden an der Erdoberfläche in Folge vulkanischer Tätigkeit. Da es bei der Entstehung zu einer raschen Abkühlung kam, sind nicht alle Minerale erkennbar. Typisch für diese Gesteine sind einzelne große Minerale, die sich in einer Grundmasse (Matrix) befinden. Die einzelnen Minerale , aus denen sich die Grundmasse zusammensetzt, sind mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Rhyolith Bruch
Rhyolithbruch im Raum Trento / Italien

Rhyolithe häufig als Porphyr bezeichnet. Sie sind sehr widerstandsfähig und entsprechen in ihrer chemischen Zusammensetzung den Graniten. Der Unterschied zu Graniten besteht darin, dass sich Granite im Innern der Erdkruste bildeten und die Ryolithe an der Erdoberfläche im Zuge vulkanischer Tätigkeit entstanden.


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Rhyolithe – Petrographische Zuordnung
Rhyolithe zählen zur Gesteinsgruppe der magmatischen Gesteine (Untergruppe Ergußgesteine). Sie sind die Ergußäquivalente der Granite. Häufig erfolgte eine ignimbritische Bildung. Durch die rasche Abkühlung kam es vermehrt zu engständigen Kluftflächen, an denen die Steine meist spalttechnisch abgebaut werden können.

Ryolithe - Petrographische Zuordnung
Gliederung der Gesteine in Anlehnung an Weber / Hill „Naturstein für Anwender“

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel werden diese Gesteine häufig als Porphyr angeboten. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Phyolithe häufig unter der Sammelbezeichnung „porfidi“. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen muss gemäß EN 12440 eine wissenschaftlich exakte Bezeichnung nach EN 12670 erfolgen. Bei vielen Ryholthen handelt es sich um rhyolitische Ignimbrite.

Dipl-Ing.(FH) Detlev Hill
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Beitrag erstellt am: 24.07.2019



Rotweinflecken und deren Entfernung

Ärgerlich nach jeder Feier oder Party sind Spuren von verschütteten oder heruntergefallenen Getränken bzw. Lebensmitteln. Dabei hinterlässt Rotwein die hartnäckigsten Rückstände. Insbesondere von ungeschützten Natursteinoberflächen lassen sich diese Flecken kaum noch mit klarem Wasser oder Spülmittelzusätzen entfernen.

Keine Seltenheit – Rotwein auf Naturstein

Rotwein lässt sich, wenn umgehend gehandelt wird, mit saugfähigen Papiertüchern selbst von einem unbehandelten Naturstein nahezu komplett aufnehmen. Wird jedoch das Missgeschick erst später bemerkt, ist der Rotwein in die Poren und Kapillaren eingezogen und unter Umständen bereits eingetrocknet. Die nicht flüchtigen Bestandteile des Weines, wie Gerbstoffe und Farbstoffe, haften an den Mineralien dann so stark, dass die Kraft des Wassers nicht mehr ausreichend ist.
Dann ist ein chlorhaltiger Reiniger bzw. Chlorbleichlauge zu empfehlen, der die Farbstoffe des Rotweins ausbleicht.


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Hintergrund:
Bei den meisten für die Rotweingewinnung verwendeten Beeren sitzen die Farbstoffe in der Schale. Diese Farbstoffe – überwiegend Anthocyane – schützen die Beere vor zu starker UV-Strahlung. Um die entsprechende Farbtiefe des Weines zu erreichen, werden die Beeren gequetscht sodass der Saft die Farbstoffe aus dem Fruchtfleisch/Schale extrahiert. Dieses Gemenge nennt man Maische und den entsprechenden Prozess die Maischegärung.

Rotwein kann ins ungeschützte Kapillarsystem des Steins schell eindringen

Entfernung von Rotweinflecken:
Auf Grund der Molekülstruktur der Farbstoffkomplexe reagieren diese sehr empfindlich auf Oxidationsmittel im alkalischen Milieu. Dementsprechend lassen sich Rotweinflecken mit Reinigern auf Basis von Hypochlorit bzw. Chlorbleichlauge (z.B. Lithofin MN Außenreiniger) sehr schnell ausbleichen.

Besonderheit:
Auf Marmoren und Kalksteinen sowie anderen säureempfindlichen Natursteinen verursacht Rotwein nicht nur einen farbigen Fleck, sondern verätzt zudem die Oberfläche. D.h. selbst nach erfolgreicher Reinigung bleibt eine matte Stelle zurück.

Vorbeugung:
Mit einer Wasser abweisenden Ausrüstung des Natursteins kann der Rotwein am Eindringen ins Kapillargefüge gehindert werden. Anschließende Reinigungen sind dadurch wesentlich erleichtert, so dass bei polierten Oberflächen die Rückstände bereits mit einem feuchten Tuch abgewischt werden können. Um einen umfassenden Schutz zu erreichen, empfehlen wir die Verwendung von Wasser und Öl abweisenden Imprägnierungen, wie Lithofin MN Fleckstop oder Lithofin FLECKSTOP >W<.

Hinweis:
Imprägnierungen verändern nicht die Säureempfindlichkeit entsprechender Natursteine.

Andreas Schmeizl
Leiter Anwendungstechnik LITHOFIN AG
Email: info@lithofin.de
Website: www.lithofin.de

Erstellt am 24.07.2019



Migmatite: Erkennungsmerkmale

Im Natursteinhandel werden sie häufig ls Granite bezeichnet. Es handelt sich bei den Migmatiten jedoch um eine eigenständige Gesteinsfamilie, die auch als Mischgneise bezeichnet wird. Granite würden niemals ein derart lebhaftes Dekor zeigen, denn sie haben immer ein relativ gleichmäßiges Erscheinungsbild. Anders die Migmatite. Bei ihnen kann das Dekor innerhalb des gleichen Vorkommens und sogar innerhalb eines Rohblocks sehr stark wechseln.

Migmatit in einem Geschäft in Norwegen
Bodenbelag aus Migmatit in LeksviK / Norwegen

Deshalb ist eine Bemusterung mit kleinen Handmustern nicht möglich. Auch eine angemessene Anzahl kleiner Handmuster kann das Aussehen dieser Steine kaum wiedergeben. Wenn möglich sollten die Rohfateln, aus denen man die Werkstücke für die jeweilige Arbeit fertigt, gemeinsam mit dem Kunden ausgesucht werden.


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Migmatite bestehen immer aus einem älteren Gesteinsteil (Paläosom), in den ein neuerer Gesteinsteil (Neosom) eingedrungen ist. Während das Paläosom in der Regel von dunkler Farbe ist, kann das Neosom sehr farbig ausfallen. Hier sind bei den unterschiedlichen Handelssorte die verschiedensten Farben von gelb, rot, grün oder violett möglich. Innerhalb der einzelnen Handelssorten kann die Textur von engständig bis weitständig wechseln. Deshalb ist die Bemusterung dieser Gesteinsfamilie sehr schwierig. Derartige Gesteine stammen sehr häufig aus Brasilien oder Indien. In den Sortiments- und Preislisten der jeweiligen Importeure werden Migmatite häufig als Granite bezeichnet.

Migmatit Juparana Colombo
Migmatit Juparana Colombo

Gemäß EN 12440 sollte man hier jedoch die korrekte petrographische Bezeichnung verwenden, da das Texturbild von Graniten (homogen) und Migmatiten (wechselhaft) sehr unterschiedlich ist. Bemusterungen gemäß EN 12057 (Natursteinfliesen ) und EN 12058 (Treppen und Platten) können das optische Aussehen nur annähernd vermitteln, wenn Bemusterung und Lieferung nicht aus der gleichen Charge stammen. Hier ist eine Auswahl der Rohplatten im Lager des Großhändlers auf jeden Fall empfehlenswert.

Dipl-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber-Informationsdienst-Naturstein
E-Mail: info@steininfo.de
Webseite: www.steinkultur.eu

Beitrag verfasst am: 24.07.2019



Raue saugfähige Oberflächen verlegen

Raue Natursteinoberflächen (geflammt, gestrahlt oder bruchrau) zeichnen sich durch hohe Griffigkeit, starke mechanische Belastbarkeit und ihren natürlichen Charme aus.

Leider sind diese meist sehr saugfähig und nehmen Schmutze und Flecken gerne an bzw. auf. Zusätzlich können Verschmutzungen an der rauen, griffigen Gesteinsoberfläche sehr gut anhaften und lassen sich oft nur schwer aus den Vertiefungen entfernen. Die erste Herausforderung ergibt sich dadurch schon bei der Verfugung des Belages. Fugmittel und Zementschleier sind oft nur schwer und mühsam zu entfernen, da es sich oft in die Belagsoberfläche saugt und hartnäckig an die Oberfläche klammert.

Vor allem im Außenbereich werden raue Oberflächen häufig eingesetzt

Gibt es hierfür eine Lösung?

Durch eine spezielle Schutzbehandlung können viele dieser Probleme gemildert oder vermieden werden. Die Platten werden nach der Verlegung bzw. vor dem Ausfugen behandelt, nach einer Trockenzeit von ca. 12 Stunden (über Nacht) erfolgt die Verfugung.

Eine Schutzbehandlung vor dem Ausfugen bewirkt somit:
– eine Reduzierung der Wasseraufnahme.
– eine Reinigungserleichterung z.B. von Fugmaterial.
– zusätzlichen Schutz während der Bau- bzw. Austrocknungsphase.

Nachdem der Belag ausgetrocknet ist, kann die sauber gereinigte Fläche mit einem klassischen Schutzsystem, wie z.B. einer Fleckschutzimprägnierung, behandelt werden. Hierdurch entsteht der optimale Schutz der Platten und Fugen für die anschließende dauerhafte Nutzung.


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Wie erfolgt die Verarbeitung ?
Der nach dem anerkannten Stand der Technik fest verlegte Belag wird meist am Tag vor dem Ausfugen mit dem jeweiligen Schutzprodukt behandelt. Das Material wird dünn und gleichmäßig auf den Belag aufgebracht. Überschüssiges Produkt oder Pfützen nicht antrocknen lassen, sondern umgehend im flüssigen Zustand aufnehmen. Nähere Informationen über Anwendung und Verarbeitung finden Sie in den Technischen Merkblättern der Hersteller.

Am Markt werden schichtbildende und nicht schichtbildende Schutzsysteme für diesen Einsatzzweck angeboten. Aufgrund der Dampfdiffusionsfähigkeit und des verbleibenden Schutzes während der Bauphase werden heute meist Imprägnierungen, welche zu den nicht schichtbildenden Systemen gehören, eingesetzt.

Raue Oberflächen sind von Zementschleier schwer zu reinigen

Wie funktioniert der Schutz?
Durch den Einsatz einer „Ausfughilfe“ wird die Saugfähigkeit des Gesteines sehr stark verringert. Das zementäre Fugmaterial trocknet (durch die fehlende Saugfähigkeit)auf den Platten langsamer und lässt sich dadurch über einen längeren Zeitraum leichter abwaschen. Die Griffigkeit des Belages bleibt unverändert, ein gründliches „Abwaschen“, also das Aufnehmen des überschüssigen Fugmörtels von der Belagsoberfläche in Verbindung mit viel sauberem Wasser, bleibt nach wie vor erforderlich. Sollten trotz aller Gründlichkeit noch Rückstände des Fugmörtels auf dem Belag verbleiben, so können diese je nach Natursteintyp mit alkalischen oder leicht sauren Reinigern entfernt werden.

Durch das Ausfugen und Abwaschen des Fugmörtels wird ein Teil der „Ausfughilfe“ auf der Belagsoberfläche mit entfernt. Der restliche Teil des Schutzproduktes verbleibt im Porengefüge des Belages. Die verbliebenen Wirkstoffe erreichen eine gewisse wasser- und schmutzabweisende Schutzwirkung während der Bau- und Austrocknungszeit.

Wenn die Flächen ausreichend ausgetrocknet sind, kann nach einer Grundreinigung eine weitere Schutzbehandlung mit einem klassischen Schutzsystem erfolgen. Hierdurch entsteht für Platten und Fugen ein optimaler Schutz für die spätere Nutzung.

Stefan Jedersberger
Leiter der AWT bei Möller-Chemie Steinpflegemittel GmbH
Email: info@moellerstonecare.eu
Website: www.moellerstonecare.eu

Beitrag erstelle am 24.7.2019



Keine Schutzbehandlung ohne vorherige Grundreinigung

Eine Grundreinigung ist eine Intensivreinigung. Sie ist die Erstreinigung nach Abschluss der Bauarbeiten. Wieso sollte man vor der Anwendung einer Imprägnierung oder Versiegelung immer eine Grundreinigung durchführen? „Ich habe so sauber mit dem Schwamm nachgewischt, da braucht man keinen Zementschleier-Entferner mehr“. Haben Sie das auch schon mal gehört?

Vor jeder Grundreinigung Grobschmutz gründlich entfernen

Doch erst durch die sogenannte Bauabschlussreinigung wird der Belag „porentief rein“ und dadurch aufnahmefähig für eine Imprägnierung oder andere Schutzmaßnahmen.


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Mörtel und Fugmassen enthalten unter anderem Kalkanteile, teilweise auch Anteile von Polymeren. Diese setzen sich in den mikroskopisch kleinen Poren und Kapillaren fest. Bei der Reinigung mit reinem Wasser wird nur die Oberfläche sauber, in den Kapillaren bleiben Reste , z.B. Kalkreste, Pigmente, Polymerpartikel, hängen und belegen die Hohlraumwände. Aber genau in diese Kapillaren muss das Imprägnierrmittel hinein gelangen, wenn es wirken soll. Sind die Kapillarhälse noch voller Fremdstoffe, werden die Fremdstoffe statt der Oberfläche der Kapillarhälse imprägniert. Die Wirkung der Imprägnierung verpufft.

Der Erfolg ist spfort erkennbar

Für ältere Beläge, die imprägniert werden sollen, gilt das Gleiche. Hier sind es meistens Fettschmutz, Kaffeeflecken usw. die entfernt werden müssen. Dazu werden sogenannte Grundreiniger verwendet. Diese enthalten üblicherweise Tenside, Lösungsvermittler und andere Hilfsstoffe, die den Schmutz unterwandern, ablösen und in der Schmutzflotte in der Schwebe halten. Für besonders hartnäckige Verschmutzungen, z.B. Rostflecken, Ölflecken, alte Versiegelungen usw. gibt es darauf abgestimmte Spezialprodukte.
Wichtig: lassen Sie den Belag nach der Reinigung gut durchtrocknen, bevor sie ihn imprägnieren. Denn sonst sind die Hohlräume noch voller Wasser, und das Imprägniermittel kann wiederum nicht richtig eindringen…
Marmor, Kalkstein und andere Natursteine mit Anteilen an carbonatischem Anteilen sind empfindlich gegenüber Säuren. Dies muss bei der Auswahl der Reiniger berücksichtigt werden.

Dipl.-Chem. Ralf-Peter Winkler
Geschäftsführer ALPINCHEMIE GmbH
Email: info@alpin-chemie.de
Website: www.alpin-chemie.de

erstellt am 22.7.2019



Migmatit: Entstehung

Migmatite zählen zu den Umwandlungsgesteinen (metamorphe Gesteine). Sie bildeten sich aus bereits vorhandenen Gesteinskomplexen (Primärgesteine), die durch tektonische Bewegungen ins Innere der Erdkruste gelangten. Da die Bildung dieser Gesteine unter hohem Druck und/oder hohen Temperaturen stattfand, findet man in Migmatiten keine Fossilien.

Steinbruch Atlantic Star / Norwegen
Migmatit – Vorkommen in Norwegen

Migmatite werden auch als Mischgneise bezeichnet. Sie bestehen aus zwei Teilen. Einem älteren (dunklen) Gesteinsteil, in den ein jüngeres (helles) Gesteinsteil eingedrungen ist. Migmatite haben meist ein sehr lebendiges, wechselhaftes Dekor.


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Migmatit – Petrographische Zuordnung
Migmatite zählen zur Gesteinsgruppe der metamorphen Gesteine. Sie bestehen aus einem Paläosom (älterer Gesteinsteil), in den ein Neosom (jüngerer Gesteinsteil) eingedrungen ist. Die Entstehung erfolgte in der Regel in einem hochmetamorphen Milieu. Sie zeigen meist ein buntes, stark texturiertes Gefügebild.

Gliederung der Gesteine in Anlehnung an Weber / Hill „Naturstein für Anwender“

Im internationalen Natursteinhandel werden Migmatite meist unter der Handelsbezeichnung Granit angeboten.. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Migmatite meist unter der Sammelbezeichnung “graniti”. In China wird der jeweiligen Ziffernfolge gemäß GB/T 17670 ein “G” (granite = Granit) voran gestellt. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen ( EN 12440) werden Migmatite als eigenständige petrographische Familie aufgeführt.

Dipl-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber-Informationsdienst-Naturstein
E-Mail: info@steininfo.de
Webseite: www.steinkultur.eu

Beitrag verfasst am: 23.07.2019



Entfernen von Grünbelägen und pflanzlichbedingte Flecken

Mit Grünbelägen befallene Natursteinflächen sind ein häufiges Ärgernis, vor allem nach einem langen und feuchten Winter. Sie machen den schönen Terrassenbelag sowie Wege nicht nur unansehnlich, sondern auch rutschig und glitschig. Zudem werfen Pflanzen Blätter und Blüten ab, die Gerbsäuren, Farbstoffe und andere Verbindungen an die Oberfläche abgeben. Diese Rückstände bilden ein gutes Nährmedium und fördern zusammen mit Feuchtigkeit das Wachstum von Schimmel, Algen und Moosen.
Spezielle Reiniger auf Chlorbasis entfernen schnell und kraftvoll diese Gemengelage an Verunreinigungen.

Ältere Natursteintreppe, deren Oberfläche durch die Anschmutzung glitschig geworden ist.

Vorteile von Spezialreinigern im Außenbereich
Gerne werden Hochdruckreiniger eingesetzt, wenn Oberflächen im Außenbereich anfangen grün zu werden. In diesem Stadium sind derartige Reinigungsgeräte wirkungsvoll, da sich die Verschmutzung noch nicht ins Kapillarsystem abgesetzt hat.
Der Gebrauch muss jedoch sachgemäß erfolgen, da ein zu hoher mechanischer Druck weichere Gesteinstypen an der Oberfläche abfräst und die hieraus folgende Mikrorauigkeit die Neuanschmutzung beschleunigt.

Bei älteren Belägen, speziell saugfähige Natursteine, wie Sandstein, Quarzit, Kalkstein aber auch Betonwerkstein, dringt der Schmutz immer tiefer ein. Außerdem beschränkt sich der mikrobiologische Befall nicht mehr ausschließlich auf die Oberfläche. Bei Verwendung eines Hochdruckreinigers findet dann lediglich eine „Rasur“ der Verschmutzung statt. Worauf die verbliebenen und wachstumsfähigen Zellstrukturen den Belag innerhalb kürzester Zeit erneut verfärben.

Bei Grünbelägen können alternativ speziell entwickelte, pH-neutrale Außenflächenreiniger verwendet werden. Diese Produkte reagieren zwar langsamer, dafür aber in Verbindung mit Regen selbsttätig und wirken zudem zwischen 6 und 12 Monaten vorbeugend gegen eine Neuanschmutzung.


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Vorteile von Spezialreinigern im Außenbereich
Gerne werden Hochdruckreiniger eingesetzt, wenn Oberflächen im Außenbereich anfangen grün zu werden. In diesem Stadium sind derartige Reinigungsgeräte wirkungsvoll, da sich die Verschmutzung noch nicht ins Kapillarsystem abgesetzt hat.
Der Gebrauch muss jedoch sachgemäß erfolgen, da ein zu hoher mechanischer Druck weichere Gesteinstypen an der Oberfläche abfräst und die hieraus folgende Mikrorauigkeit die Neuanschmutzung beschleunigt.
Bei älteren Belägen, speziell saugfähige Natursteine, wie Sandstein, Quarzit, Kalkstein aber auch Betonwerkstein, dringt der Schmutz immer tiefer ein. Außerdem beschränkt sich der mikrobiologische Befall nicht mehr ausschließlich auf die Oberfläche. Bei Verwendung eines Hochdruckreinigers findet dann lediglich eine „Rasur“ der Verschmutzung statt. Worauf die verbliebenen und wachstumsfähigen Zellstrukturen den Belag innerhalb kürzester Zeit erneut verfärben.

Wirkungsweise eines Reinigers auf Basis von Chlorbleichlauge

Im Gegensatz dazu packen spezielle Außenflächenreiniger wegen der flüssigen Konsistenz den Schmutz an der „Wurzel“ und sorgen so für nachhaltig saubere Oberflächen.
Dank der bleichenden Inhaltsstoffe können selbst intensivste Gerbsäure- und Farbstoffflecken problemlos mit Reinigern auf Basis von Natriumhypochlorit entfernt werden. Die Chlorverbindungen zersetzen organische Farbstoffkomplexe, jedoch nicht die färbenden Mineralien des Natursteins.
Langsamer, dafür aber lang anhaltend, ist der Mechanismus von Reinigern auf Basis von Quaternären Ammoniumverbindungen. Die speziellen Wirkstoffsubstanzen lässt man bewusst im Mineralgefüge eintrocknen, d.h. es bleibt dem Regen vorbehalten den gelösten Schmutz herauszuspülen. Daraus resultiert als angenehmer Nebeneffekt eine präventive Wirkung zwischen 6 und 12 Monaten.

 

Andreas Schmeizl
Leiter Anwendungstechnik LITHOFIN AG
Email: info@lithofin.de
Website: www.lithofin.de

Beitrag erstellt am 22.07.2019



Gut Ding will Weile haben

Manchmal werden Reinigungskräfte wie Reinigungsprodukte vor schwierige Aufgaben gestellt. Da wird ein Gebäude über viele Jahre genutzt, und man merkt meist gar nicht, wie sich Verschmutzungen im Laufe der Jahre an manchen Stellen aufbauen und festsetzen.
Spätestens wenn Inventar verschoben wird, werden solche Stellen dann offensichtlich. Jetzt schnell reinigen! Doch halt, nicht ganz so schnell…
Gönnen Sie den kleinen Helferlein, welche die Hersteller in die Reinigungsmittel geben, ein paar Minuten, um die Arbeit für Sie zu erledigen!

Reinigungsmittel einwirken lassen

Schon mit ein paar Minuten Einwirkzeit sparen Sie Arbeit und Material und schonen damit gleichzeitig die Umwelt. In dieser Zeit unterwandern die Wirkstoffe den Schmutz, legen sich um die Schmutzpartikel herum und sorgen dafür, dass er sich leichter ablöst und mit der Schmutzflotte weggespült werden kann.
Die Einwirkzeit ist in der Verarbeitungsvorschrift angegeben und beträgt in der Regel 5-10 Minuten. Die Herstellerangaben sollten tunlichst beachtet werden, vor allem auf empfindlichen Oberflächen wie z.B. Marmor oder Kalkstein wie Travertin usw. Hier können z.B. säurehaltige Reiniger Schäden an der Oberfläche hervorrufen.


Detail - Informationen

Unterhaltsreinigungen werden meist unter großem Zeitdruck durchgeführt. Gerade bei der maschinellen Reinigung ist die Kontaktzeit der Reinigungsflotte sehr kurz. Fest sitzender Schmutz lässt sich damit kaum entfernen.
Bei einer Grundreinigung sieht es meist anders aus: Der Reinigungsflotte wird eine Einwirkzeit „gegönnt“ und die bedankt sich mit einer besseren Reinigungswirkung bei gleichzeitig geringerem Materialverbrauch.
Wäßrige Reinigungsmittel enthalten i.d.R. nichtionische und anionische Tenside oder amphothere Tenside, außerdem können Hilfsstoffe wie z.B. Alkohole, Phosphate, Komplexbildner usw. enthalten sein.

Tenside brauchen Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten

Die Tenside setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab und lagern sich an den Schmutzpartikeln an. Dadurch wird der Schmutz in der Reinigungsflotte gehalten und kann abgespült werden. Alkohole verstärken das Lösevermögen von hartnäckigen Verschmutzungen, Phosphate und Komplexbildner enthärten das Wasser und tragen so zur Reinigungsleistung bei.
Alle diese Vorgänge benötigen etwas Zeit, die Reinigung geht daher mit etwas Einwirkzeit deutlich einfacher. Die Einwirkzeit darf aber auch nicht zu lange dauern: Reiniger sollte man generell nicht eintrocknen lassen.
Bei speziellen Reinigern, die z.B. Säuren (Sanitärreiniger, Kalklöser) oder Laugen (meist zum Entfetten oder zur Entfernung alter Bodenpflegemittel verwendet) enthalten, muss die Einwirkzeit auf die Beständigkeit des Untergrundes angepasst werden. Saure Reiniger z.B. können carbonatisch gebundene Steine wie Marmor, Travertin usw , aber auch Fugmaterialien angreifen. Vorhergehendes Wässern und penible Einhaltung der Einwirkzeit ist hier daher besonders wichtig.

Dipl.-Chem. Ralf-Peter Winkler
Geschäftsführer ALPINCHEMIE GmbH
Email: info@alpin-chemie.de
Website: www.alpin-chemie.de

erstellt am 22.7.2019



Tonschiefer: Entstehung

Tonschiefer liegen im Grenzbereich zwischen Ablagerungs – und Umwandlungsgesteinen. Sie bilden eine eigene Gesteinsfamilie. Ihr Mineralbestand ist sehr feinkörnig. Die Tonschiefer entstanden aus ehemaligen Schiefertonen.

Tonschiefer im Untertageabbau
Tonschiefer im Untertagebau

Kommen Schiefertone mit Wasser in Kontakt, so sind sie quellfähig. Derartige Gesteine kann man in der Regel nicht für Bauzwecke einsetzen. Bei der Entstehung der Tonschiefer wurde der Mineralbestand umgewandelt, so dass die Tonschiefer bei Kontakt mit Wasser diese Eigenschaft nicht mehr aufweisen. Häufig werden Tonschiefer umgangssprachlich nur als Schiefer bezeichnet. Unter der Bezeichnung Schiefer bzw. Schieferung versteht man allerdings lediglich das optische Erscheinungsbild dieser Gesteine (Gefügebild). Auch andere Gesteinsfamilien, wie beispielsweise Gneise, können eine deutliche Schieferung zeigen. Man kann die meist nahezu parallel verlaufenden Lagen der Schieferung gut erkennen, wenn man einen Tonschiefer durchbricht oder an den Sägekanten betrachtet.


Detail - Informationen

Tonschiefer werden in der Petrographie meist den metamorphen Gesteinen zugeordnet. In der untenstehenden Übersichtstabelle sind sie, in Abgrenzung zu den stärker metamorph überprägten Glimmerschiefern, en Sedimentgesteinen zugeordnet. Sie sind im Grenzbereich zwischen den Sedimentgesteinen und den Metamophiten angesiedelt.

Tonschiefer
Gliederung der Gesteine in Anlehnung an Weber / Hill „Naturstein für Anwender“

Bautechnische Relevanz:
Auf dem internationalen Natursteinmarkt werden viele Tonschiefer angeboten. Auch hier wird häufig lediglich der umgangssprachliche Begriff Schiefer angewandt. Hierunter zählen gelegentlich auch diverse Glimmerschiefer und Phylitte. Ein Nachteil entsteht dadurch nicht, da diese stärker metamoph überprägten Gesteine in der Regel höhere Abriebfestigkeitswerte aufweisen. Eine einheitliche Regelung zur Benennung gibt es weltweit nicht. In Italien werden Tonschiefer zusammen mit anderen Spaltgesteinen häufig unter dem Oberbegriff „pietre“ zusammengefasst. Ebenso verhält es sich in China. Hier wird gemäß GB/T 17670 (Vereinheitlichter Katalog für Naturstein) der VR China einer 4-stelligen Ziffernfolge ein „S“ voran gestellt. Unter diesem „S“ (slate) sind ebenfalls diverse stärker metamorph überprägte Gesteine zu finden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Hier wird der englische Begriff „slate“ angegeben, den man im Deutschen als Tonschiefer angeben würde.

Dipl-Ing.(FH) Detlev Hill
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Beitrag verfasst am: 22.07.2019



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