Werksteinplanung und Steinbearbeitung im Mittelalter


Peter Völkle


Peter Völkle
Werkplanung und Steinbearbeitung im Mittelalter
Grundlagen der handwerklichen Arbeitstechniken im mittleren Europa von 1000 bis 1500

78,00 €

2. unveränderte Auflage 2017, Hardcover, 180 Seiten, DIN A4,
ISBN 978-3-87188-258-6

Ebner Verlag, Ulm



In seinem Buch „Werkplanung und Steinbearbeitung im Mittelalter“ stellt Autor Peter Völkle erstmals die handwerklichen Grundlagen der mittelalterlichen Werkplanung und Steinbearbeitung umfassend dar. Zahlreiche Bild- und Schriftquellen sowie vielfältige Beobachtungen an Planrissen und Werksteinen lassen ein lebendiges Bild der mittelalterlichen Handwerkstechniken entstehen.

Die Entwicklung und Veränderung der Steinbearbeitung mit den dazugehörenden Werkzeugen im Zeitraum der Romanik und Gotik sind ebenso Thema wie eine kurze Rückblende zu den Werkzeugen und Bearbeitungstechniken der Römer. Die Arbeitsschritte werden unter anderem am Beispiel eines spätgotischen Baldachins dargestellt: von der Werkzeichnung über den Steinabbau bis hin zum fertigen Werkstück.

Der mit vielen Abbildungen illustrierte Fertigungsprozess gibt dabei einen Einblick in die komplexen und vielfach vergessenen Arbeitstechniken und hilft, die vielfältigen Spuren an mittelalterlichen Steinoberflächen zu verstehen.


Kommentar:
Blickt man von der Corona-Pandemie aus in Richtung Zukunft, so heißt das politische Zauberwort „Digitalisierung“. Alles wird besser, wenn es digitalisiert wird. Fortschritt ist gut, doch es ist nur eine Seite der Medaille. Wer fortschrittlich arbeiten will, der sollte sich auch in seinem Metier auskennen, ansonsten verkommt vieles zu einem Einheitsbrei mit standardisierten Lösungen, die dem Diktat des Ranking unterliegen. Was man nicht weiß, das sieht man auch nicht – und hier ist dieses Buch in der Lage allen Verantwortlichen am Bau, seien es Denkmalpfleger, Architekten oder ausführende Unternehmen, die Augen zu öffnen.Natursteinarbeiten definieren sich nicht nur über die jeweilige Farbe und Textur des Steins. Hier hat auch die jeweilige Oberflächenbearbeitung einen entscheidenden Einfluss auf das optische Erscheinungsbild. Um die Bearbeitungen einordnen und gegebenenfalls auch reproduzieren zu können, ist es wichtig, die jeweiligen Werkzeuge und deren Handhabung zu kennen.

In bewundernswerter, akribischer Recherchearbeit aus Arbeitsspuren an Originalwerkstücken, zeitgenössischen Illustrationen und historischen Schriften wurden in diesem Buch die jeweiligen Fakten zusammengetragen und übersichtlich für den Leser aufbereitet. Man erkennt auch die praktische Erfahrung des Autors, ohne die eine treffende Bewertung der Sachverhalte nicht möglich gewesen wäre.

Natursteinarbeiten überdauern Generationen und die Bearbeitungsspuren an den Steinen sind ein offenes Fenster in die Zeitgeschichte. Sie erwecken den statischen Stein zum Leben. Wer diese Spuren erkennt, wird Natursteinarbeiten mit anderen Augen betrachten.

Dipl.-Ing.(FH)
Detlev Hill

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