Migmatit: Entstehung

Migmatite zählen zu den Umwandlungsgesteinen (metamorphe Gesteine). Sie bildeten sich aus bereits vorhandenen Gesteinskomplexen (Primärgesteine), die durch tektonische Bewegungen ins Innere der Erdkruste gelangten. Da die Bildung dieser Gesteine unter hohem Druck und/oder hohen Temperaturen stattfand, findet man in Migmatiten keine Fossilien.

Steinbruch Atlantic Star / Norwegen
Migmatit – Vorkommen in Norwegen

Migmatite werden auch als Mischgneise bezeichnet. Sie bestehen aus zwei Teilen. Einem älteren (dunklen) Gesteinsteil, in den ein jüngeres (helles) Gesteinsteil eingedrungen ist. Migmatite haben meist ein sehr lebendiges, wechselhaftes Dekor.

Detail - Informationen

Migmatit – Petrographische Zuordnung
Migmatite zählen zur Gesteinsgruppe der metamorphen Gesteine. Sie bestehen aus einem Paläosom (älterer Gesteinsteil), in den ein Neosom (jüngerer Gesteinsteil) eingedrungen ist. Die Entstehung erfolgte in der Regel in einem hochmetamorphen Milieu. Sie zeigen meist ein buntes, stark texturiertes Gefügebild.

Gliederung der Gesteine in Anlehnung an Weber / Hill „Naturstein für Anwender“

Im internationalen Natursteinhandel werden Migmatite meist unter der Handelsbezeichnung Granit angeboten.. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Migmatite meist unter der Sammelbezeichnung “graniti”. In China wird der jeweiligen Ziffernfolge gemäß GB/T 17670 ein “G” (granite = Granit) voran gestellt. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen ( EN 12440) werden Migmatite als eigenständige petrographische Familie aufgeführt.

Dipl-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber-Informationsdienst-Naturstein
E-Mail: info@steininfo.de
Webseite: www.steinkultur.eu

Beitrag verfasst am: 23.07.2019